Erfahrungsbericht

 

Vom 28.05.2008 bis zum 18.06.2008 bin ich mit unserem Sohn Christoph Benedict in die Mutter - Kind - Kurklinik Bromerhof nach Argenbühl gefahren. Das ist die einzige uns bekannte Klinik, die eine spezielle Betreuung für Frühchenfamilien anbietet.

Alles begann, als wir wegen der Essprobleme von Christoph bei unserem Kinderarzt vorsprachen. Er schlug uns die Klinik vor, und schon bald war der Antrag geschrieben. Dabei darf man sich nicht von der Krankenkasse abwimmeln lassen. Die will natürlich die eigenen Vertragshäuser belegen...

Also, der Antrag wurde schnell genehmigt und ein Termin in der Klinik vereinbart. Die Telefonate mit der Klinik waren schon vielversprechend, denn alle Gesprächspartner klangen sehr freundlich. Ca. zwei Wochen vor Kurantritt kam noch mal ein Anruf seitens der Klinik bzgl. des aktuellen Standes bei uns. Alles machte einen sehr professionellen Eindruck, und so wurden unsere Bedenken erheblich entkräftet.

 

Dort angekommen, bestätigte sich der telefonische Eindruck. Angefangen von den Ärzten bis zum Servicepersonal im Speisesaal sind uns nur nette, freundliche und hilfsbereite Menschen begegnet. Die Ruhe und Gelassenheit, die dort ausgestrahlt wurde, war erstaunlich und wohltuend. Ich weiß bis heute nicht, wie die das gemacht haben?! ( Allein der Geräuschpegel im Speisesaal und der Trubel drumherum.)

Trotz allem muß ich zugeben, dass ich viel länger gebraucht habe, dort auch „innerlich“ anzukommen, als ich dachte. Meine so groß geglaubten Kraftressourcen waren doch erstaunlich klein, und so hatte ich oft keine Wahl und musste viel weinen. Viele Menschen haben mir ihre Hilfe angeboten, und wohldosierte Gespräche, liebe Worte und Gesten haben mir das Vertrauen und die Stärke zurückgebracht.

 

Es gibt dort also extra „Frühchenkurse“ zum Thema ´Klinikzeit und Schwangerschaft`, ´Mein Kind ist anders`und ´Essstörungen`. Diese Gesprächsrunden werden von geschultem Fachpersonal geleitet, und sind je nach Gruppenstruktur und Erzählbereitschaft der Anwesenden sehr emotional. Aber es tut gut, sich in einer Atmosphäre von Verständnis zu öffnen. Uns allen hat es sehr viel gebracht, und für viele war es wirklich die erste Möglichkeit, mal über die eigenen Erlebnisse zu reflektieren. Viele wertvolle Tips von ´erfahrenen` Eltern haben wir mitgenommen. Auch Einzelgespräche fanden statt, die sehr hilfreich waren.

 

Empfehlen möchte ich noch die Möglichkeit der Videoanalyse nach Marte Meo - Gesichtspunkten. Dabei wird man in einer vorher beprochenen Situation gefilmt, und nachher werden die Dinge herausgerabeitet, die gut waren. Uns hat es trotz aller vorherigen Skepsis viel gebracht, und ich habe viel über die Beziehung zwischen meinem Sohn und mir gelernt.

 

Ein ganz wesentlicher Teil des Aufenthaltes war natürlich das „Kinderland“. Dort sind die Kinder entwicklungsspezifisch eingeteilt und werden betreut. Für mich und viele andere auch, war es eine schwierige Sache, meinen sonst so umsorgten Sohn dort abzugeben. Die Trennungsängste waren auf beiden Seiten sehr groß. Im Laufe der Zeit haben wir alle zusammen (Christoph, die netten „Kindergärtnerinnen“ und ich) es geschafft, eine akzeptable Lösung zu finden. Christoph hat sich gut eingelebt und entwickelt über die Zeit, so dass ich meine Termine in Ruhe wahrnehmen konnte. Offene Worte waren auch hier jederzeit möglich. Unser Sohn hat dort ebenfalls Einzelförderung und andere Therapien erhalten – sicherlich ein ganz wichtiger Unterschied zu normalen Mutter - Kind – Häusern.

 

Ansonsten sei erwähnt,dass die Gegend dort wunderschön ist – es sind auch nur ca. 35 km bis zum Bodensee – und dass die Klinik schön und sauber ist. Alle Gebäudeteile, bis auf die Appartmenthäuser, sind miteinander verbunden, so dass man trockenen Fußes überallhin kommt.

 

Man kann sich natürlich auch selber intensiv im Internet informieren auf der Homepage: www.fachklinik-bromerhof.de.

Wir können und wollen die Zeit und die Erfahrungen dort nicht missen, und können uns auch vorstellen, dort noch einmal hinzufahren, wenn die Krankenkasse ja sagt.

 

Regina Schmeer mit Christoph Benedict und Papa Marco, der auch zeitweilig dabei war.

 

(Es haben übrigens einige Väter des Angebot genutzt, dorthin mitzufahren.)