Pressemeldung an:
Westfalenblatt 26.03.08
Neue Westfälische 27.03.08
„Frühlinge“ verteilen Frühlingsgrüße an Frühgeborene Wer verbringt schon gerne die Osterfeiertage im Krankenhaus auf der Intensivstation? Um so schlimmer ist die Erfahrung für junge Familien, wenn das erst kürzlich zur Welt gekommene Baby seine ersten Frühlingstage dort verbringen muss. Eigentlich sollte es die Ostertage noch im Bauch der Mutter verbringen, aber dann musste es doch früher – oftmals viel zu früh – geboren werden. 10 solcher Frühgeborener haben Ostern auf der Frühgeborenenintensivstation der Kinderklinik in Bielefeld verbracht.
Die neu gegründete Elterninitiative „Frühlinge Bielefeld“ e.V. hat am Wochenende diese Kinder besucht und dabei ihnen und ihren Familien einen Ostergruß in Form eines kleinen Kuscheltieres überreicht. In diesem Verein haben sich Eltern frühgeborener Kinder zusammengeschlossen, um die neonatologische Intensivstation und die Frühchenabteilung zu unterstützen. Weiterhin organisiert der Verein einen regelmäßigen Elternabend, bei dem betroffenen Eltern u.a. eine Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch gegeben wird.
Westfalenblatt 21.04.08
mit Genehmigung des WB:
Bielefeld (WB) Als Christoph Benedict zur Welt kam, wog er gerade mal 490 Gramm. In der Frühchenstation der Kinderklinik Bethel kämpften die Ärzte um das Leben des winzigen Jungen – und gewannen. Heute ist Christoph Benedict dreieinhalb Jahre alt und in seiner Entwicklung verzögert, aber ein gesundes Kind. Um die Arbeit der Station zu unterstützen, hat sich im November der Verein „Frühlinge Bielefeld“ gegründet. Christoph Benedicts Mutter Regina Schmeer ist Mitglied.
„Ich bin dankbar für alles, was die Ärzte und das Personal in der Klinik für unser Kind geleistet haben. Nun möchte ich etwas zurück geben“, nennt Regina Schmeer ihre Motivation, sich in dem Verein zu engagieren.
Auch die meisten anderen Vereinsmitglieder haben persönliche Erfahrung, weil ihre Kinder viel zu früh auf die Welt gekommen sind – ausdrücklich ist der Verein jedoch für jeden offen, der die Frühchenstation in Bethel unterstützen will.
Denn die Arbeit von Ärzten und Schwestern dort sei zwar hervorragend, Ideen für Verbesserungen gebe es trotzdem einige, erläutert Liane Isermann, erste Vorsitzende des Vereins. „Wir wollen helfen, den Eltern und Kindern den ohnehin schon schweren Aufenthalt in der Klinik so angenehm wie möglich zu machen.“
Dabei gehe es nicht um unmittelbar medizinische Fragen, sondern unter anderem um die
Eltern-Kind-Bindung. Liane Isermann: „Wir setzen uns zum Beispiel dafür ein, dass Mütter und Kinder, obwohl diese noch im Inkubator sind, in einem Zimmer liegen können.“ Weitere Ziele des Vereins sind eine uneingeschränkte Förderung des Stillens, Schaffung von Privatsphäre für die Eltern, die Abschaffung von Besuchszeiten und eine bedarfsgerechte Pflege der Kinder. „Die Kinder sollten nicht nach festen Zeiten gewickelt oder gefüttert werden, sondern dann, wenn es notwendig ist“, sagt Vereinsmitglied Pia Tomik.
Erste Erfolge des Vereins: Die Klinik hat einen Raum für Eltern zur Verfügung gestellt, der nun wohnlich hergerichtet und als Rückzugsraum oder für Gespräche mit Ärzten genutzt werden soll. Und es wurden zur Probe Liegen angeschafft, auf denen die Eltern mit den Frühchen „Känguruhen“ können. „Dabei bleibt das Baby zwar an die Geräte angeschlossen, kann aber bei Vater oder Mutter direkt auf dem Bauch liegen und so die Wärme und den vertrauten Herzschlag spüren“, erläutert Liane Isermann.
„Die Mitarbeiter der Frühchenstation freuen sich über das Engagement des Vereins“, betont Oberärztin Ursula Weller. „Für uns ist das eine große Hilfestellung, denn Eltern, die selbst ein Kind auf der Station hatten, sind die besten Ratgeber für andere Eltern“, so die Medizinerin.
Zwischen Verein und Klinik gebe es eine „tolle Zusammenarbeit“, die vor allem die Zuversicht der jungen Eltern stärke. „Und es ist erwiesen, dass es bei den Frühchen weiniger Komplikationen gibt, wenn Eltern sich um sie kümmern können und Vertrauen haben“, sagt Ursula Weller.
Auch die Ärzte profitieren von den Anregungen des Vereins:“Ich habe gelernt, wie man mit Eltern in einer für sie so schwierigen Situation spricht,“ sagt Ursula Weller.
Wie wertvoll die Arbeit des Vereins sein kann, bestätigt auch Andrea Schramm. Ihr Sohn Paul kam zehn Wochen zu früh auf die Welt und ist derzeit auf der Frühchenstation. „Man erhält zusätzlich viele Ratschläge und Hilfe“, sagt sie.
Wer sich für den Verein interessiert kann zu den regelmäßigen Treffen an jedem Donnerstag im Monat um 19,30 Uhr in der Kapelle des Kinderzentrums (1. Untergeschoß) kommen. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter
@ www.fruehlinge-bielefeld.de